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		<title>Gemäldekunst</title>
		<link>http://kulturjournal.org/de/60/gemaldekunst</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 08:15:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rudiger</dc:creator>
				<category><![CDATA[-Malerei-]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Knut Nikolaus, Dumonts Handbuch der Gemäldekunde

Was für eine Verschwendung! Ein opulentes Werk mit aufwendigen Photos, Detaildarstellungen, Mikro- Makrokosmos, schlicht und ergreifend : teuer. Die fachliche Kenntnis des Herausgebers als Restaurator wollen wir nicht anzweifeln, worüber wir aber verzweifeln, ist seine Art der Darstellung :]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul class="lang_switch"></ul>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: small;"><a href="http://kulturjournal.org/wp-content/uploads/2010/05/maja-nue-2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-98" title="maja-nue-2" src="http://kulturjournal.org/wp-content/uploads/2010/05/maja-nue-2.jpg" alt="" width="498" height="251" /></a></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: small;">Knut Nikolaus,<strong> Dumonts Handbuch der Gemäldekunde</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;"><span style="font-size: small;">Was für eine Verschwendung! Ein opulentes Werk mit aufwendigen Photos, Detaildarstellungen, Mikro- Makrokosmos, schlicht und ergreifend : teuer. Die fachliche Kenntnis des Herausgebers als Restaurator wollen wir nicht anzweifeln, worüber wir aber verzweifeln, ist seine Art der Darstellung : Da schreibt einer mit der Seele ein es Buchhalters ein Buch, das den Charme eines Telephonbuches hat. Und auch den Erkenntniswert eines Telephonbuches, indem nach sinnfälliger Reihenfolge </span></p>
<p>Unter dem Titel Malerei (S.238) wird uns der Stand wissenschaftlicher Erkenntnis präsentiert. Schon der erste Satz haut den Leser vom Stuhl :</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Die Malschicht alter Gemälde besteht bis ins 19. Jahrhundert in der Regel aus einer oder mehreren übereinanderliegenden Farblagen“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Quel langage et quel don !“, ruft der in allen Künsten bewanderte Dillettant.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was hätte man sonst erwarten dürfen ? Selbst wenn jemand seine Gartenmöbel streicht, wird ein späterer restauratorischer Befund zu diesem Ergebnis kommen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist diese Art von Pseudo-Objektivität, die sich auch darin äussert, dass dem restauratorischem Befund die historischen Quellen an die Seite gestellt werden, und damit eine Unantastbarkeit der Wissenschaft suggeriert, die ¨den Fachmann verärgert und den interessierten Laien irre führt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bei allem Verständnis für die Schwierigkeiten, die die Erstellung eines Handbuches mit sich bringt, besonders im Kürzen von Inhalten, im Zuordnen und Kategorisieren :</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wenn wir uns darauf einigen können, das in einem Text das Nichtgesagte genauso wichtig ist wie das Gesagte, dann muss das Nichtausgesprochene in einem inneren anschaulichen Zusammenhang stehen, und genau diese „innere Logik“ lässt dieses Handbuch im Ganzen und den einzelnen. Beiträgen vermissen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Da dem Autor offenkundig an Wissenschaftlichkeit liegt, fast in Abgrenzung zu den tumben Künsten, ist es besonders peinlich, wenn noch äussere Fehler hinzukommen</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Uns interessiert im Zusammenhang mit der Tempera-Malerei sein Befund. Wir können von einer handwerklichen Tradition sprechen, denn erst in Zeiten des Barock taucht die Idee des freien Künstlers auf.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nicolaus stellt das Traktat des Cennini vor und beschreibt die „Dreitonmanier“ der Italiener, nachdem Giotto als Befreier von der Byzantinischen Malerei gefeiert wird, weil er Pigmente mit Eigelb anreibt : „Es war ein Verfahren, das revolutionierend wirkte, das von den ital. Künstlern des 13. und 14. Jahrhunderts fast ausschliesslich verwendet wurde. (…) Überliefert ist sie in allen Einzelheiten in dem um 1390 enstandenen „Traktat der Malerei“von Cennino Cennini ,..“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Korrekt beschrieben wird der Malvorgang. Die Maler wenden sich als letztem der Inkarnatmalerei zu, weil hier eine besondere Schwierigkeit auftritt : fliessende Übergänge sind mit Tempera besonders schwer zu malen, und die Unsicherheit, dass sich beim späteren Firnissen der Farbton verändert, ist immer präsent. Worin besteht nun ihr Gegenmittel ?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Da die reine Eitemperamalerei nach dem Trocknen ihren Farbton verändert und ihren Glanz und Tiefe erst nach dem Firnissen wiedererhält, arbeiteten die Künstler mit einem „ Dreitonsystem“,um nicht eine falsche Farbwirkung zu bekommen. Die reine Farbe war der erste Ton, aus zwei Teilen dieser Farbe und einem Teil Bleiweiss wurde der dritte Ton gemischt, der mittlere Ton, also der zweite, aus gleichen Teilen der ersten und dritten Farbe hergestellt“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nur zum Verständnis : Mit „falscher Farbwirkung“ kann hier nur gemeint sein, dass die Übergänge von einem Tonwert zum nächstliegenden nicht harmonisch fliessend erscheinen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dann wird ein Schema abgebildet : BILD</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Begleittext heisst es :</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Der benötigte Farbton, zum Beispiel Rot, wurde mit zwei Teilen Bleiweiss gemischt. Daraus ergab sich ein relativ helles Rot als dritter Farbton. Aus dem ersten, dem reinen Rot, und dem dritten wurde dann ein Zwischenton, der zweite Farbton, gemischt. Der Farbauftrag erfolgte in feinen Strichen vom „Dunklen ins Helle“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Na wattennu ? 2/3 Reine Farbe + 1/3 Bleiweiss oder 1/3 Reine Farbe + 2/3 Bleiweiss für den dritten Ton ? BILD</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein simpler Versuch mit dem Schultuschkasten zeigt, dass bei der ersten Lösung die drei Abstufungen dicht bei einander liegen. Beim zweiten Vorgehen liegen Mittelton und hellster Ton dicht bei einander, aber der Abstand vom tiefen, ersten Ton zum Mittelton ist offensichtlich.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie löst Doerner das Problem ?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Hier spricht ein Maler, der aus eigener praktischer Erfahrung die innere Logik der Schritte nachvollziehen kann. Das beginnt schon bei Vorarbeit, die wie Doerner immer wieder betont, zu unrecht für weniger bedeutsam für das Endergebnis angesehen wird.( Ein „historischer Prozess“, der bis in heutige Tage anhält).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Sorgfältig wurden nach Cennini die Gründe für die Tafelmalerei hergestellt und darauf geachtet, dass die Holztafel vôllig fettfrei sei. Die Tafel wurde mehrmals geleimt und mit Leinwand überzogen. Ein Gipsleimgrund wurde in vielen dünnen Lagen übereinander gelegt und das Rohmaterial aufs feinste zugerichtet. Die blendend weisse Tafel wurde glatt geschabt“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Die Malerei wurde in Tempera ausgeführt. Als Mal- und Anreibemittel diente Eigelb, vermischt mit dem Saft junger Feigen und Wasser“. Mit einem Anflug von Humor wird hinzugefügt :</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass zu viel Ei schädlich sei. Der Dotter der Stadthennen sei lichter und daher brauchbarer“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
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		<title>Single-Poesie</title>
		<link>http://kulturjournal.org/de/85/single-poesie</link>
		<comments>http://kulturjournal.org/de/85/single-poesie#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 May 2010 07:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ESkult</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kulturjournal.org/de/?p=85</guid>
		<description><![CDATA[(Der Empfänger war in keiner Single-Webseite eingetragen)

Hallo.

Ich bin sehr froh, fur mich zu schreiben es ist eine grosse Freude.
Ich hoffe mich sehr dass du nicht verwundert sein wirst, ich habe jenem dass dir geschrieben. Ebenso
Wie auch du will ich seine zweite Halfte, und ich ïðåäïî÷ëà die Bekanntschaft durch das Internet finden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul class="lang_switch"></ul>
<p>E-mail, empfangen  3.5.2009</p>
<p>(Der Empfänger war in keiner Single-Webseite eingetragen)</p>
<p>Hallo.</p>
<p>Ich bin sehr froh, fur mich zu schreiben es ist eine grosse Freude.</p>
<p>Ich hoffe mich sehr dass du nicht verwundert sein wirst, ich habe jenem dass dir geschrieben. Ebenso</p>
<p>Wie auch du will ich seine zweite Halfte, und ich ïðåäïî÷ëà die Bekanntschaft durch das Internet finden.</p>
<p>Sie werden, wahrscheinlich sehr verwundert sein, ich schreibe jenem dass dir. Aber gestern war, ich verwundert, wenn auf meinem die Adresse elektronischer Post den Brief, dessen Hauptwesen im Sinne der Liebe und in den Gefuhlen angekommen ist. Das Hauptmotto des gegebenen Briefes war Phrase « Suchen Sie die Liebe, und Sie werden » glucklich sein.</p>
<p>Ich wendete mich in die Agentur der internationalen Bekanntschaften in meiner Stadt, und sie haben gesagt, dass mir schreiben werden! Und da kam es vor!! Ich bin sehr glucklich, den schonen Brief zu bekommen!!</p>
<p>Ich wurde auf der Web-Seite deutsch dating registriert. Eben hat den Brief, mit dem Hinweis deinen e-mail bekommen!</p>
<p>Mich hat den gegebenen Brief sehr interessiert. Dieser Brief enthielt deine Adresse elektronischer Post. Ich habe deine Adresse gesehen und hat entschieden, Ihnen zu schreiben. Ich wei? wie Ihr Name nicht, ich wei? nicht, wo Sie leben, ist aber fur mich, der Hauptsinn &#8211; moglich, Sie suchen die Liebe? Es kann dieser Brief &#8211; das Schicksal sein?</p>
<p>Ich wei? noch ebenso, dass wir die idealen Partner der Freund fur den Freund sind!!</p>
<p>Ich wartete, jenen wird was mir schreiben, aber wenn mir geschrieben haben und haben deinen e-mail mitgeteilt, ich habe es sofort nicht verstanden! Aber jetzt wei? ich dass es nicht SPAM!</p>
<p>Ich denke dass es schon ganz nicht wichtig ist. Wichtigst, so dass jetzt ich kann Ihnen den Brief schreiben. Ich will dass Sie erfahren dass jetzt ich dich mehr erfahren will!. Aber fruher wollte ich ein wenig uber mich erzahlen!</p>
<p>Mich rufen Juliya. Ich aus Murom es in (Russland). Mir 32 Jahre. Ich die Witwe. Mein Mann ist in den Autounfall umgekommen!!</p>
<p>Ich die gute, leise, gute und gesellige Frau.</p>
<p>Sie konnen mich auf meiner Fotografie sehen!</p>
<p>Ich sage deutsch frei.</p>
<p>Fur mich wird es sehr interessant sein, sich mit dir zu umgehen, und besser dich zu erfahren. Diesen Dialog will ich zum einzigen Ziel &#8211; die Bildung der ernsten Beziehungen bauen. Die Beziehungen ohne Betrug, ohne beliebige Spiele. Ich wunsche, den guten Mann zu finden, der mich lieben und respektieren kann. Ich hoffe mich, was Sie wie die Liebe ebenso finden wollten?</p>
<p>Ich rechne dass in der Liebe das Alter nicht wichtigst!! Und furchte ich vor dem Unterschied im Alter nicht! Wichtigst, dass war der Mensch mich im Zustand zu lieben und zu respektieren!</p>
<p>Ich habe verschiedene Hobbys und die Interessen, unter denen &#8211; die Wettkampfe, die Kochkunst, die Lekture der Bucher, die Musik ist. Das besondere Interesse fur mich stellt die Fuhrung der hauslichen Wirtschaft, die Ernte im Haus vor. Ich liebe, verschiedene Platten vorzubereiten..</p>
<p>Ich liebe die Tiere sehr.</p>
<p>Ich fuhre die gesunde Weise des Lebens. Ich rauche nicht, und trinke ich den Alkohol nicht!.</p>
<p>Mein neuer Freund, konnen Sie mir uber Sie erzahlen? Ich will dich mehr erfahren!</p>
<p>In den nachsten Briefen werde ich bis ins Einzelne uber mich erzahlen!</p>
<p>Naturlich, werde ich Ihnen viel meiner Fotografien senden, mit Hilfe deren du besser mein Leben vorstellen kannst! In meinen Fotografien wirst du verschiedene Momente meines Lebens sehen, &#8211; in die sind, wie auch des Vergnugens und die Sorge und sogar im Berg einiger Momente vorgestellt</p>
<p>Ich werde mit der Ungeduld Ihre Antwort warten.</p>
<p>Auf meinem e-mail-  xyzjulliya4ever@xyz.com</p>
<p>Ich die Wahrheit will dich mehr erfahren und ich hoffe mich dass du, auf meinen Brief zu antworten!</p>
<p>Bitte, vergessen Sie uber mich nicht.</p>
<p>Ihre neue Freundin aus Russland,</p>
<p>Juliya!!</p>
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		<title>Heribert Illig: Das erfundene Mittelalter</title>
		<link>http://kulturjournal.org/de/82/illig-das-erfundene-mittelalter</link>
		<comments>http://kulturjournal.org/de/82/illig-das-erfundene-mittelalter#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 May 2010 07:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ESkult</dc:creator>
				<category><![CDATA[-Architektur-]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sachliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>

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		<description><![CDATA[Die größte Zeitfälschung der Geschichte . . .

. . . hat rund drei erfundene Jahrhunderte zwischen Antike und hohem Mittelalter eingefügt. Wenn man diesen Zeitraum (etwa vom 6. bis 9. Jh.) ersatzlos streicht, geht die Kultur - Geschichte nahtlos und ohne Widersprüche seinen linearen Gang.
Soweit die Grundthese des Historikers Heribert Illig, die er in mehreren Veröffentlichungen vorgetragen hat.
Nun würde die ganze Konstruktion zusammenfallen, wenn ein unwiderlegbares Indiz aus diesem Zeitabschnitt vorhanden wäre, etwa ein Fund oder ein historisches Geschehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul class="lang_switch"></ul>
<p><a href="http://kulturjournal.org/wp-content/uploads/2010/05/StrasburgerMünster-Uhrtor.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-94" title="StrasburgerMünster-Uhrtor" src="http://kulturjournal.org/wp-content/uploads/2010/05/StrasburgerMünster-Uhrtor-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><br />
Kulturjournal will Klarheit haben, dafür brauchen wir Sie, lieber Leser ! Schicken Sie den Beweis, der das Kartenhaus zum Einsturz bringt !<br />
Wir selbst sind uns  nicht sicher – und wir werden die Belege, die Illig vorbringt, überprüfen, soweit möglich.<br />
Interessant ist schon jetzt, wie die jeweiligen Fachwissenschaften auf den Befund Illigs reagiert haben : Auch anderen Fachleuten sind merkwürdige Ungereimtheiten aufgefallen. Da werden schnell die anderen großen Kapazitäten genannt, um nicht ins Visier der Hüter der Heiligen Lehre zu geraten und das Schicksal aller Ketzer fürchten zu müssen : die Exkommunion.  (mehr&#8230;)</p>
<p>Zugegeben, eine gehörige Portion Skepsis begleitet diesen Artikel. Der Gedanke, dass wir Deutschen unseren geschätzten Kaiser Karl den Gr., unsere französischen Freunde den geliebten Charlemagne vergessen dürfen, vor allem aber, dass zur Sicherung eigener Pfründe und Privilegien ein gigantischer Fälschungsapparat inszeniert worden ist, ist schwer zu verdauen.<br />
Allerdings fällt mir ein, dass ich als junger Kunstgeschichtsstudent kopfschüttelnd einige Tatbestände hinnehmen musste, denen sich der  gesunde Menschenverstand versagt. Und diese – vornehmlich stilistischen &#8211; Widersprüche liegen genau in der Zeit, um die es hier geht.<br />
Oder will sich hier eine Gruppe Wissenschaftler medienwirksam profilieren ?<br />
Illig erklärt eigene Zweifel und gibt zu, dass seine kühne These noch weiterhin zu verifizieren sei. Nun ist es eine gigantische Aufgabe, 300 Jahre Menschheitsgeschichte daraufhin zu überprüfen, dass sie sich nicht ereignet hat. Da haben die  Herren Prof. Illig, Niemitz und Heinsohn noch viel vor sich. Ein running gag durch die Kunstgeschichte ? Immer wieder mit neuen Sensationen ins Licht der Medienwelt statt grauer Wissenschaftsalltag im verstaubten Elfenbeinturm ?<br />
Die Idee entsteht nach einem Referat des Mediävisten (Forscher der mittelalterlichen Welt) Horst Fuhrmann auf dem Kongreß „Über Fälschungen im Mittelalter“ mit dem Schluß : „Allen diesen Fälschungen ist eigentümlich, dass sie zur Zeit ihrer Entstehung kaum gewirkt haben. Sie hatten, von der Entstehungszeit her gesehen, antizipatorischen Charakter“.(Zit. F.) Auf gut deutsch : Alle von der Wissenschaft anerkannten Fälschungen erfüllen ihren Zweck erst in ferner Zukunft, manchmal erst Jahrhunderte später. „Alle diese Schriften haben sozusagen warten müssen, bis ihre Stunde gekommen war“. (Zit.F.1988,90) Illig kennt aus seiner Beschäftigung mit der Frühgeschichte das Phänomen : Ereignisse werden von einer falschen Chronologie begleitet. Auch im Mittelalter ? In diesem Zeitraum leicht überprüfbar wegen des christlichen Kalenders, 1582 ist „unser“ (gregorianischer) Kalender gegenüber dem julianischen um 10 Tage korrigiert worden. Illig rechnet nach : „Damals hätte man nicht nur 10, sondern 12, besser 13 Tage überspringen müssen. Und trotzdem stimmen Kalender und astronomische Situation zu einander“(Zit.I.)<br />
Da jeder Tag rechnerisch rund 133 Kalenderjahren entspricht, reden wir über den kleinen Lapsus von rund 350 Jahren, die sich in die Geschichte zwischen Julius Caesar und Papst Gregorius gemogelt haben. Nun sprechen Experten der verschiedensten Wissenschaften, Linguisten, Germanisten, Baugeschichtler, Kunstwissenschaftler,Archäologen und Historiker  vom „dunklen Jahrhundert“ und meinen den Zeitabschnitt von 476 (Ende d. Römischen Reiches) bis zum Beginn des ottonischen Reiches (9.Jh), natürlich den eignen fachspezifischen Quellen folgend. So erklären sich leichte Zeitdifferenzen.<br />
Überspringen wir die Klippen, die Illig in einer ersten wackeligen Kahnpartie umschifft, und stellen wir die entscheidende Frage  : Cui bono ? Wem nützt eine Geschichtsfälschung, die einen so großen Zeitraum umfasst, und, daran angeschlossen : Bedarf es nicht eines unmenschlichen Aufwandes, um diesen Betrug durchzuführen und nachhaltig glaubhaft zu machen ?<br />
Wenden wir uns der Lichtgestalt im dunklen Jahrhundert zu : Karl dem Grossen /Charlemagne<br />
,In den Kapiteln „Der gefälschte Karl – wann und wozu ? „ und Cui bono?“ gibt Illig seine Antwort.<br />
Zunächst fällt auf : Viele Täter, viele Mitwisser, viele Motive – häufig verfeindete Verbündete, die am selben Coup arbeiten. „Karl der Fiktive hat zu unterschiedlichen Zeiten immer neue Konturen hinzugewonnen“ (Z.)<br />
Trotzdem der Zweifel : Sind hier nicht einige „Täter“ zuviel und über zu lange Zeiträume  am Werke ?<br />
Die Verdächtigen : Otto III. (983 – 1002), der die kaiserliche Nachfolge antritt.<br />
„Von Otto selbst, seinem Vater Otto II. oder seiner byzantinischen Mutter Theophanu dürfte die universale Kaiseridee stammen“.(Z.) Otto III. benutzt 998 wie ehemals die römischen Herrscher eine Bleibulle, die die Renovatio imperii romanorum propagiert, also die Wiederkehr des römischen Reiches, die man schon Karl unterschieben will. Mit seinem Vertrauten Gerbert , den er zum Papst Silvester II macht,  Reichskanzler Willigis von Mainz, Erzkanzler Heribert von Köln und seinem einstigen Erzieher Bernward von Hildesheim soll er die Fiktion von Kaiser Karl initiiert haben. Kaiser Heinrich IV. (1056-1106), nebenbei als Bauherr der Pfalzkapelle in Aachen erkannt, steht in besonderer Spannung zum Papst Gregor VII. Heinrich wird von Gregor verbannt, als König abgesetzt und zum berühmten Gang nach Canossa genötigt (1077). Später setzt Heinrich Gregor ab und läßt sich vom Gegenpapst Clement III. 1084 zum Kaiser krönen. „Ihm mußte wegen des ausufernden Investiturstreites besonders an einem übermächtigen, papstdüpierenden Vorfahren gelegen sein“.(Z.) Der Investiturstreit – eine Auseinandersetzung zwischen König und Papsttum, wer die Bischöfe einsetzt, und damit über Immobilienbesitz, Steuereinnahmen und politischen Einfluß verfügt.<br />
Der nächste im Fälscher-Ring: Friedrich I. Barbarossa, der nun ein staatstragendes Motiv hat :<br />
Er will Kaiser werden unter Berufung auf Karl und vom ihm stammt der Begriff „Heiliges<br />
Römisches Reich“, Sacrum Romanum Imperium.<br />
Seine Nachkommen, besonders Friedrich II., arbeiten weiter am „fiktiven Karl“. An seinem „interkulturellen“ Hofe sind genug Intellektuelle, „um eine Karlsfälschung wirkungsvoll ausstatten zu können“.(Z.) Im übrigen Europa ist die geistige Elite im 12/13. Jh Handlanger der katholischen Kirche ( LeGoff,1993,79). Wobei der nächste Verdächtige mit bestem Motiv ins Spiel kommt :<br />
Die Kirche behauptet, von Karl und seinem Vater den Kirchenstaat geschenkt bekommen zu haben.<br />
In Frankreich betreibt Charles V. in seiner Regierung von 1364 – 1380 den Charlemagne – Kult.<br />
Schließlich und endlich kommt noch der gesamte europäische Humanismus in Generalverdacht, letzte Hand an Karl gelegt zu haben. So wurde die Fiktion, Karls Geburtsort sei die Gautinger Reismühle, von dem Humanisten Ulrich Fuetrer im Auftrag des bayerischen Herrscherhauses erfunden und in seiner „Baierischen Chronik“ 1481 veröffentlicht“ (Z. Barthel/ Breitenfellner 1953)<br />
Nun ist Illig nicht der erste, der eine Fälschungstheorie entwickelt. Wir lassen ihn seine Vorgänger selbst vorstellen :<br />
„Hier ist Wilhelm Kammeier (1889 – 1959) zu nennen, der schon vor 60 Jahren eine so weitgehende Fälschungsthese aufstellte, wie sie vor ihm nur der Jesuit Jean Hardouin im frühen 18. Jh vertreten hatte“.<br />
Und weiter :<br />
„Für die vorliegende These wird stattdessen vorrangig architektonisch und kunstgeschichtlich argumentiert, nachdem die Kunstwerke wesentlich besser zugänglich sind und ihre Entwicklungsbögen über die Jahrhunderte hinweg einigermaßen präzis zu verfolgen sind. Was die Situation bei den Urkunden betrifft, so läßt sich nur feststellen, dass die Spezialisten ständig weitere Urkunden als Fälschungen erachten und oft genug auch als solche entlarven (vgl. Fälschungen 1988). Für sie stellt sich die Frage, ob sie nicht einfach die guten von den schlechten Fälschungen gesondert haben, als sie glaubten, Originale von Fälschungen zu scheiden<br />
Lesen Sie zu diesem Thema den Beitrag über Wilhelm Kammeier, Die Fälschung der deutschen Geschichte<br />
Nun setzt auch Illig eine lineare Entwicklung der Kunstgeschichte  voraus. Lassen wir uns auf diese unausgesprochene Grundvoraussetzung ein und folgen wir in einem Bereich, der noch am plausibelsten erscheint : in der Architektur. Hier sind gewisse Voraussetzungen in Materialbearbeitung, Werkstoffkenntnis, Statik nötig, um bestimmte Bauvorhaben realisieren zu können. Diese Kenntnisse sind in der Regel Erfahrungswerte, die innerhalb eines Gewerkes, einer Handwerksinnung an die nächste Generation weiter gegeben werden.<br />
Kulturjournal wird in den Rubriken, die zum Thema passen, die Beweise Illigs kommentieren.<br />
Wenden wie uns der Kathedrale Saint Denis zu, einem Hauptwerk der Gotik.<br />
Illig hat das Problem, dass er sich nicht nur auf stilistische Zuordnung beschränken kann.Er muß nachweisen, dass seine Kollegen wissentlich oder unbedacht falschen Dokumenten auf den Leim gegangen sind, eigentlich um zu zeigen, dass der behandelte Sachgegenstand aus einer früheren oder späteren Zeit stammt (oder gar nicht existiert).<br />
Diesen Nachweis führt er für Saint Denis im Kapitel<br />
Die eigentliche Baugeschichte von Saint – Denis<br />
Erfreulicherweise nennt er andere Wissenschaftler zur Beweisführung <img src='http://kulturjournal.org/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> er Archäologe Jan van der Meulen und der Architekt Andreas Speer haben die Kathedrale untersucht.<br />
„Vor seinen Arbeiten in Saint – Denis hat Jan van der Meulen zusammen mit Jürgen Hohmeyer die „Biographie der Kathedrale“ von Chartres geschrieben und dabei bewiesen, dass er willens und in der Lage ist, bauarchäologische Befunde und literarische Quellen nicht einfach zu verquicken, um möglichst rasch Zuschreibungen und Datierungen präsentieren zu können“. (Z.I) Schade nur, dass er diese hohe Meinung seines Kollegen nicht durchhält, wie wir noch sehen werden.<br />
Zunächst eine Aussage des geschätzten Kollegen und dessen Co-Autoren, die zumindest den Laien verblüfft : „So erstaunt die Tatsache, dass in der Kathedralforschung dieses Jahrhunderts keiner der Hauptbauten bauarchäologisch durchgreifend erfaßt worden ist. Vielmehr beruhen die beiden vorherrschenden kunsthistorischen Interpretationsschulen, die stilgeschichtliche Bestimmung der mittelalterlichen Kunst einerseits wie auch die vermeintliche „histoire exacte“ (= die genaue Geschichte) der Quellenauslegung andererseits, auf einer übertriebenen Gutgläubigkeit gegenüber den sichtbar erhaltenen Kathedralen als einheitlichen Gesamtkunstwerken“. ( Meulen/Speer 1988,2)<br />
Und weiter : Vor 1194, d.h. vor den in Chartres überprüften Baudaten, gibt es“ kein einziges sog. frühgotisches fränkisches Bauwerk, das überhaupt quellenkundig datiert ist – geschweige denn in seinen Detailformen“(M/S,2)<br />
Das Team will neue „Ansätze für die Forschung freilegen,&#8230;(indem sie).. von einem im erhaltenen Baukörper nachvollziehbaren archäologischen Sachverhalt und von stichhaltigen und allgemein nachvollziehbaren Kriterien ausgehen“(Z ), denn zu oft hat sich die Bauarchäologie auf die „Evokationsfähigkeit seiner anerkannten Autoritäten seit Arcisse de Caumont (+1873)“ verlassen, und das wissenschaftliche Ideal der „absoluten Chronologie wurde niemals an die internen Kriterien der archäologischen Disziplinen gekoppelt. Sogar dort, wo Münz- oder Grabfunde zufällig zutage treten, werden diese oft ignoriert oder abstrus zerredet“(M/S,3). Um nicht der selben Gefahr zu erliegen, nur das zu verwenden, was in die Theorie passt, und „sich vor peinlichen Zirkelschlüssen zu feien“(M/S,3), muß das methodische Nacheinander von Bauarchäologie und Quellenbefund streng bewahrt werden“(M/S,7). Mit anderen Worten : nicht die individuelle Betrachtung des Kenners, sondern harte wissenschaftliche Erkenntnisse sollen gelten für eine Baubeschreibung von Saint-Denis, die sich bisher so gelesen hat :<br />
636 – Dagobert I. Läßt die Kirche weihen<br />
754 – Pippin der Jüngere läßt den Fulrad-Bau beginnen<br />
773 – Weihe des Fulradbaus unter Karl d. Großen<br />
1140 – Suger legt Grundstein für neuen Chor (beendet 1143)<br />
1231 – Abt Odo beginnt den hochgotischen Chor (bis 1281)<br />
Mit modernster Technik wird Überraschendes gefunden :<br />
Unter dem Mittelschiff der Kirche, aber über eine Quermauer des Großbaus hinweg läuft ein durchgehendes Stratum, das im Ostteil auf rund 565, mittschiffs allgemein „merowingisch, im Westen aber karolingisch datiert wird“(M/S,29). Die genaue Datierung 565 stammt vom Sarkophag der Königin Arnegunde.<br />
Damit ist klar, dass der zu dieser Quermauer gehörige Kirchenbau nicht im 7., sondern im 6. Jh oder früher anzusiedeln ist. Die Autoren :<br />
„Dass die „Gesta“ Dagobert I. die frühere Forschung gelegentlich dazu verführt haben, Dagobert den ersten wesentlichen Kirchenbau zuzuschreiben, ist durchaus verständlich und liegt in der Absicht der Gesta – Erzählung. Nach dem Auffinden der Armegundis – Bestattung aber war keine Polemik vonnöten, diesen zuletzt durch Formigé (1960) vertretenen Standpunkt zu entkräften“(M/S,143f)<br />
Nochmal in Klartext : Die beiden Forscher erklären in sehr zurückhaltender Form, dass die Historiker dem gefälschten Dokument der Gesta-Erzählung geglaubt  und damit Dagobert zum großen Bauherrn der Gotik gekürt haben. Nun gibt es schon immer eine gegenteilige Meinung in der Wissenschaft, die Kirche der hl. Genoveva sei in Saint – Denis Mitte des 5. Jh.s gebaut worden und habe bis zum Neubau Pippins dort gestanden. In dieser These, zuletzt von Wehrli 1982,36 vertreten, taucht Dagobert als Bauherr nicht auf.<br />
„Dass Dagobert keinen Neubau der Basilika vornahm, war schon von Crosby (1942),S.67, akzeptiert worden – jedoch nur mit dem Ziel, den hypothetischen Nachfolgebau, die „karolingische Basilika, als frühesten Großbau am Orte zu ermöglichen“(M/S,144). Illig kommentiert :<br />
„Die Autoren schlossen, Dagobert I. habe lediglich die Ur – Apsis entscheidend „christianisiert“, behielten so einen Grund für die Weihe von 636 (M/S,149) und wandten sich dann dem Karlsbau zu. Hier ergab sich der gleiche überraschende Befund : Eine ganze Karolingerkirche war und ist genauso wenig wie ein Dagobertbau zu eruieren“ (Illig).<br />
Dem aufmerksamen Leser ist nun ein feiner Widerspruch aufgefallen : Selbst wenn der archäologische Befund eindeutig keinen Dagobert-  und keinen Karlsbau feststellt, halten die beiden Forscher an der Weihe durch Dagobert im Jahre 636 fest. Wenn wir großzügig einen Zeitpuffer bei dem Fund des Sarkophags von 565 billigen : Die Zeremonie von 636 liegt nun genau in der Zeit, die nach Illig nicht stattgefunden hat.<br />
Zunächst schiebt Illig weitere plausible Argumente nach, die dafür sprechen, dass weder Dagobert noch Karl d. Gr. als Bauherren aufgetreten sind. Die Fundamente der frühen Kirche dienen als Beleg für beide Bauten. Somit wäre der „Gründungsbau karolingischer Sakralarchitektur“(M/S,183) nicht größer ausgefallen als der Bau Dagoberts, der 150 Jahre früher entstanden sein soll und der dem Abt Suger im 11. Jh zu klein und kümmerlich gewesen ist. Die wissenschaftliche Theorie ist den schriftlichen Quellen gefolgt und hat sich in immer kühneren Spekulationen verstiegen. So kritisieren v.d. Meulen/ Speer besonders Sumner Crosby, der von 1942 bis 1981 über Saint – Denis publiziert und den Karolingerbau verherrlicht hat : „(Crosby).. versteigt sich sogar zu Maßangaben mit Zentimeter – Genauigkeit, die er aus postulierten Fußmaßen, Proportionen und rekonstruierten ( nicht ergrabenen) Bauteilen gewinnt und sogar ( um  „the massing of Fulrad&#8217;s Church“ zu verdeutlichen ) in Form eines Modells darstellt. Die dadurch entstandenen schattenhaften Umrisse des Gebildes einer Kirche, die nie existiert hat, sind eine zutreffende Darstellung imaginärer Werte, die seit 45 Jahren zu tiefen Überlegungen geführt haben (M/S,179) Wir dürfen wenigstens der Deutlichkeit halber mit kräftigeren Worten den Sachverhalt beschreiben: Vom berühmten Fulrad-Bau ist archäologisch nicht ein Stein gefunden worden. Mit Urkunden, die Karls Beisein 775 bei der Weihe belegen, und viel kreativer Phantasie ist dann das Modell des Fulrad- Baus von Crosby nachempfunden“, und mindestens zwei Forschergenerationen haben sich mit einem nicht existenten Gebäude auseinander gesetzt. Ein Beispiel, wie blind schrift- und gläubigkeitsergeben bisher die Forschung den Chroniken und Urkunden gefolgt ist.<br />
Nun hat Illig mit seinen wissenschaftlichen Zeugen ein Problem : Bisher haben sie seine These voll und ganz bestätigt: Das Fulradgebäude ist Fiktion, die Baureste sind zurück ins 5.,6. Jh gestuft, doch nun lassen die beiden Autoren zwei Bauteile als karolingisch gelten : die Außenkrypta von Abt Hilduin von 835 sowie den Apsis-Umbau, und sie erfinden ein drittes dazu, Charlemagnes Erweiterung des Westbaus (M/S267), der bis dato dem 12. Jh zugerechnet worden ist. Illig meint dazu, trotz bester Vorsätze seien die beiden auch der Urkundengläubigkeit erlegen, ein verzeihlicher Irrtum, wenn man davon ausgeht, dass schriftliche Dokumente der Wahrheit dienen, und wenn man keine Fälschungsabsicht unterstellt.<br />
„Großen Wert legen van der Meulen und Speer auf die Aussage von Guibert von Nogent(1053-1124), daß im 11. Jh ein sog. Turris entstand, der aber schon vor&#8230;1094 einstürzte.[M/S201-251]. Sie erkennen in dieser Stiftung von Wilhelm dem Eroberer keinen turmförmigen Westbau, sondern einen Ausbau im östlichen Chorbereich, der Chorflankentürme umfaßt habe.[M/S202]“. (Illig358). Damit verliert zwar Abt Suger seinen Ruhm, den Gründungsbau der Gotik geschaffen zu haben, wie Illig jubelt, aber wenn wir ihn so verstehen dürfen, dass er dieser These der beiden folgt, dann akzeptiert er den Einsturz seines Gedankengebäudes, denn dann liegen Dagoberts Christianisierung der Ur-Apsis (636),das Westwerk als Grabanbau, für Pippin geweiht (/775) und Hilduins Außenkrypta mit drei Radialkapellen (835) voll in der „nichtexistenten Zeit“.<br />
Seine „kritische Kunsthistorik“ hat nun schon den Nachweis massiver Fälschungen geführt und aus einigen Bauten reine Traumschlösser gemacht. Das allein ist eine höchst anerkennenswerte Leistung, die allerdings nicht von den lieben Kollegen beklatscht wird, die dem kritischen Ansatz  feindlich gegenüberstehen : Illigs These sei nicht falsifizierbar und stehe deshalb außerhalb des wissenschaftlichen Systems. Nun ist eine gewisse Polemik gegen Illigs Generalthese verständlich, und Karl Poppers Forderung an die Wissenschaft, dass Falsifikation wichtiger sei als Verifikation, bekommt bei Illig eine ganz neue Dimension : nachweisen, dass ca. 300 Jahre Geschichte nicht stattgefunden haben.<br />
Was nun die kritischen Bauphasen angeht, liefert Illig durchaus sinnfällige Erklärungen, die zumindest genau so passend sind wie die von Meulen /Speer.<br />
Dagoberts Apsisumbau im 7. Jh ist nicht bauarchäologisch fundiert, sondern durch Akzeptanz des tradierten Datums von 636, der sog. Weihe. Meulen/Speer geben selbst an, daß die älteste Quelle für das Datum 636 aus dem 17.Jh stammt (M/S149),außerdem ist nie ein Grab gefunden worden, weder von Dagobert I. noch von seinen Vorfahren Karl Martell und seiner Frau Chrotrudis oder Pippin dem Jüngeren. Dagobert wird in manchen Quellen fälschender Weise als Kaiser benannt, so in den „Miracula“ des 11.Jhs. (Weheli 1982,87) , als Wiedererbauer des römischen Mainz, was Brühl als „gelehrte Legende des 11. Jhs „bezeichnet(1990b105).<br />
Suger wiederum ließ einen Stuhl des „Kirchengründers“ Dagobert für St.-Denis restaurieren, heute würde man sagen, um ein Kultobjekt in Händen zu halten.<br />
Bei der Außenkrypta der Hilduin beziehen sich Meulen/Speer auf zwei pergamentene Quellen aus dem 9. Jh und haben sofort das Problem zu erklären, warum in einer Krypta des 9. Jahrhunderts Wandarkaden stehen, die auch aus dem 10. oder 11. Jahrhundert sein können (Vmeulen/Speer254f).<br />
Der Westbau wird von den Autoren leider nicht bauarchäologisch untersucht. Nun beruht seine Datierung aber auf der Behauptung Sugers, der Westbau sei eine Anfügung des großen Karl. So haben wir um 1150, kurz vor Sugers Tod, zwei Bauherren, und Meulen/Speer fühlen sich halbwegs bestätigt, weil die Türen, Karolingische Bronzetüren, wie  Hahmann-Maclean 1957 feststellt, nachträglich eingebaut und auch andere Veränderungen später stattfinden (M/S175)<br />
Illig wirft den beiden vor, nicht speziell nach karolingischen Bauresten gesucht zu haben, vor allem aber auch zu sehr an den schriftlichen Quellen festzuhalten. Nun ist der Befreiungsschlag, fast alle schriftlichen Quellen als Fälschungen zu sehen, für die Historiker zu weitgehend. Aber er ist hilfreich, um einen nachvollziehbaren Ablauf zu entwickeln :<br />
Wenn der Westturm, wie Illig vorschlägt, als Normannischer Turm gedacht wird, kann seine Entstehungszeit ins frühe 11. Jahrhundert getan werden, die erste Bauphase des sog. Westbaus fiele ins romanische 10. Jahrhundert, und „damit ohne weiteres vereinbar wäre die Wiederverwendung älterer Bronzetüren durch Suger, die abwechselnd in das 8.,9. und 11. Jahrhundert datiert werden[M/S175] (Illig)“. [Wie darf denn diese Aussage Illigs verstanden werden ? Meulen und Speer datieren die Türen in die nicht vorhandene Zeit, und Illig stimmt zu ? Rein rechnerisch ist es egal, wo aus der Weltgeschichte die drei überflüssigen Jahrhunderte entfernt werden, so kann es in einem anderen Kulturkreis zu einer späteren Zeit, sagen wir in Mittelamerika , von 1200 bis 1500 eingefügt sein. In Europa hat er sich aber festgelegt auf die Zeit vom 6. bis 9. Jahrhundert. Und dann ist schon eine Bronzetüre zu viel für seine These.] Aus Illigs Sicht „ergibt sich nunmehr eine Baugeschichte, die in St.-Denis auf jegliches Steinmetzen und Mörtelrühren zwischen 614 und 911 verzichten kann. Dieser Nachweis am einstigen Gründungsbau der Gotik ist um so wertvoller, als nach Aussage Meulens und Speers bei keiner anderen fränkischen Kirche vor 1194 die Baudaten hinreichend gesichert sind [M/S2].Und gerade die so überreich aufgelisteten Großbauten der Zeit vor Karl dem Großen (768) – schon Albrecht Mann hat 1151 Gebäude aus den schriftlichen Quellen zusammengefaßt (1965)- sind nicht auffindbar, und Meulen und Speer sehen „die schlichte Unmöglichkeit ihrer Durchführung. Diese urkundlich belegten Großbauten sind sozio-ökonomisch nicht zu erklären, wenn nicht die Übernahme antiker Bausubstanz generell vorausgesetzt wird. Der Alternativvorschlag, sie seien allesamt aus vergänglichem Material gebaut worden, entspricht weder der Überlieferung noch einer systematischen Archäologie(M/S7,Fußnote 21).<br />
Das müssen wir nochmals hervorheben : Von über 1100 Bauten existiert nicht einer mehr;<br />
Dass die meisten dieser Bauten auf römischen Fundamenten gebaut und deshalb als Neuwerk nicht mehr erkennbar seien, oder aber aus so vergänglichem Material, das keine drei Jahrhunderte überdauert, dürfen wir wohl ausschließen. So gerät „der Chronikbestand einer ganzen Epoche in den Geruch der Fälschung. Selbst der Versuch, aus Chroniken wuchernde Legenden zu machen, würde nur eines beweisen : daß ihre materiellen Aussagen falsch und anderen Interessen geschuldet sind als denen stimmiger Berichterstattung. Wie stehen aber unsere Mediävisten und Historiker da, die diesen Anachronismus immerhin für fast ein Jahrhundert kommentarlos geschluckt haben ? Ist Blindheit eine fachspezifische Voraussetzung für diese Forscher?<br />
St-Denis aber bietet uns die rare Chance, zu einer verbindlichen Bauchronologie zu kommen.“ (Illig)<br />
Jahrhundert: Merowingischer Kirchenbau vor 565, vielleicht schon im 5. Jahrhundert (Apsis vor 614 erneuert)<br />
614 – 911 : Kein Bau in fiktiver Zeit<br />
um 1070 : Normannische Ausbauten : Westbau und Kapellenkrypta<br />
1090 : Eventuell Krypta – Erweiterung mit neuen Kapitellen und Säulen<br />
1137 : Abt Suger beginnt Umbau des Westbaus (bis 1140)<br />
1140 : Grundsteinlegung zum Ostchor, der ungewölbt bleibt<br />
1231 : Beginn des Hochchors unter Abt Odo</p>
<p>Stilgeschichtlich erscheint uns diese Chronologie sinnfällig, auch die bauarchäologischen Befunde sind eindeutig. Wenn van der Meulen und Speer an karolingischen Elementen festhalten, folgen sie nach unserem Eindruck ihrer Arbeitsprämisse. Bei Elementen, die sie nicht untersucht haben, lassen sie die bisherigen Erkenntnisse stehen. Heribert Illig muß natürlich  gegen den Karolingischen Anteil argumentieren.<br />
Wir überlassen es Ihrer Meinung, bis neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, nach welcher Seite Sie tendieren.<br />
Eines sei noch erwähnt : Wenn man sich damit angefreundet hat, die erhaltenen Dokumente als Fälschungen zu akzeptieren, wird die Baugeschichte ohne Brüche nachvollziehbar.</p>
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		<title>Bruno Bettelheim : Kinder brauchen Märchen</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 12:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachliteratur]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<ul class="lang_switch"></ul>
<p>Bruno Bettelheim, 1903 in Wien geboren, 1939 in die USA emigriert, war dort Professor für Erziehungswissenschaften, Psychologie, Psychiatrie an der Universität Chikago.<br />
Kinder brauchen Märchen, dtv 1980, ISBN 3-421-01786-7</p>
<p>Der Psychotherapeut Bruno Bettelheim beschreibt in seinen gleichnamigen Buch die Nützlichkeit von Märchen für die Förderung der Entwicklung der Kinder, für die Ausbildung ihrer Moral, die Fähigkeiten, die das Kind braucht um seine inneren Probleme zu bewältigen;<br />
Moderne Kinderbücher belehren und unterhalten, sind dabei aber inhaltlich arm, so dass dem Kind nichts von Bedeutung vermittelt wird, zum Beispiel, wenn die Anleitung zum Lesen Lernen geschieht durch Inhalte, die für das Kind ohne Bedeutung sind und ihm keinen Zugang bieten zu dem, was seinem Leben auf seiner Entwicklungsstufe einen tieferen Sinn geben könnte, es bereichern könnte, ihm helfen könnte, Verstandeskräfte zu entwickeln, Emotionen zu klären, Schwierigkeiten aufzugreifen und Lösungen für Probleme zu finden.<br />
Für diese Funktionen und Bedürfnisse ist in der Kinderliteratur bis auf sehr wenige Ausnahmen nichts so fruchtbar und befriedigend wie das Volksmärchen, das als Kunstgattung so vollkommen ist, weil die Kinder es gänzlich erfassen können.<br />
Märchen entstanden, bevor die heutige technisierte Welt bestand und können nichts darüber aussagen &#8211; aber über innere Probleme des Menschen, über die richtigen Lösungen für seine Schwierigkeiten in der Gesellschaft erfährt man mehr als aus jeder anderen Art von Geschichten im Verständnisbereich von Kindern.<br />
Das Leben erscheint dem Kind verwirrend und es braucht eine Möglichkeit, sich selbst zu verstehen, in seinem Inneren und seinem Leben &#8220;Ordnung zu schaffen&#8221; und eine moralische Erziehung zu erfahren.<br />
Dies alles kann es mit Hilfe der Märchen. Sie, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu erzählt und abgewandelt wurden, bis sie ihre endgültige Form fanden, sprechen nun alle Ebenen der menschlichen Persönlichkeit gleichzeitig an, erreichen den noch unentwickelten Geist des Kindes ( genauso wie den der Erwachsenen ), vermitteln wichtige Botschaften auf bewußter, vorbewußter und unbewußter Ebene, und mit ihrer Beschäftigung mit den universellen menschlichen Problemen und besondes jenen, die das kindliche Gemüt beschäftigen, fördern sie die Entfaltung des Ich, lösen Spannungen, verleihen ihnen Gestalt und Glaubwürdigkeit und zeigen Möglichkeiten auf, diese zu lösen.<br />
Denn Märchen setzen an dort, wo sich das Kind in seiner emotionalen Existenz befindet, in ihnen kommen die inneren Spannungen des Kindes so zum Ausdruck, dass es sie unbewußt versteht, sie bieten Beispiele dafür, wie Schwierigkeiten vorübergehend oder dauerhaft gelöst werden können.<br />
Das heranwachsende Kind muß vielfältige psychologische Probleme bewältigen, verstehen, was sich in seinem Bewußtsein abspielt, und am Ende mit dem zurecht kommen, was sich in seinem Unbewußten abspielt, kann dies aber nicht durch rationales Erfassen, sondern durch Vertrautwerden mit dem Unbewußten; es denkt nach über Elemente aus Märchen, setzt sie neu zusammen, phantasiert darüber, formt unbewußte Inhalte zu bewußten Phantasien, die dann ermöglichen, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.<br />
Der enorme Wert der Märchen liegt darin, dass sie der Phantasie neue Dimensionen eröffnen, und dass Form und Inhalte der Märchen dem Kind Bilder anbieten, nach denen es seine Tagträume ausbilden kann.<br />
Kann das unbewußte Material bis zu einem gewissen Grade in&#8217;s Bewußtsein treten und und in der Phantasie durchgearbeitet werden, verringert sich die Gefahr, dass es den Kindern oder anderen Schaden zufügt, z.B. dadurch, dass diese Elemente unter starrer Kontrolle gehalten werden, dass die Persönlichkeit dadurch Schaden nimmt.<br />
Die Auffassung vieler Eltern, man müsse vom Kind fernhalten, was es bedrückt, das Kind davon ablenken, bewirkt eine nur einseitige Entwicklung des Kindes, bereitet es nicht auf die Schattenseiten des Lebens vor, auf den Tod, das Altern, auf Nöte aller Art; Wenn die Eltern den Kindern eine Welt vorgaukeln, in der alles gut ist, es keine Aggressionen, keinen Neid, keinen Zorn gibt, kann ein Kind in seinen eigenen Augen zum Ungeheuer werden, wenn es diese Gefühle in sich spürt; werden die inneren Konflikte, die aus unseren primitiven Trieben und Emotionen entstehen, den Kindern verschwiegen, so erhalten die Kinder auch keine Hilfen zu deren Bewältigung.<br />
Richtig dagegen ist es, dem Kind die Probleme vor Augen zu führen, sie zu akzeptieren, es sich damit auseinandersetzen zu lassen und ihm zu helfen, damit zu leben ohne zu resignieren.<br />
Die Märchen stellen nun in Symbolform gekleidete Anregungen dar, sich mit diesen Fragen, den grundlegenden menschlichen Nöten, auseinanderzusetzen, sie konfrontieren Kinder mit diesen Nöten.<br />
Viele Märchen beginnen bereits damit : Der Tod eines Elternteils oder die Angst davor, oder die Bewährung der Kinder &#8211; die Voraussetzung ist dafür, dass die Alten abtreten &#8211; und sie tun dies kurz und unmißverständlich, verwirren nicht mit komplizierten Handlungen, zeigen das gleichzeitige Existieren von Gut und Böse, und auch die Faszination des Bösen, z. B. die Kraft des Riesen, die Zauberkunst der Hexe, die Allwissenheit der Königin in Schneewittchen.<br />
Das Kind leidet mit dem Helden, durchlebt seine Nöte und triumphiert mit ihm am Ende, und diese inneren und äußeren Kämpfe des Helden bilden die Moral des Kindes. Dabei polarisieren die Märchen, wie es auch das Kind tut, die Gestalten sind entweder gut oder böse und erleichtern es so dem Kind, die Unterschiede zu erfassen.<br />
Wenn etwa Kinder Angst vor dem Dunkeln haben, vor einem wilden Tier, um seine körperliche Gesundheit, die sie den Eltern nicht richtig klar machen können : Das Märchen nimmt diese existenziellen Ängste ernst und spricht sie an: Das Bedürfnis geliebt zu werden, die Furcht als nutzlos zu gelten, die Furcht vor dem Tod, und es bietet die Lösungen auf eine den Kindern verstehbare Weise:<br />
So etwa, wenn die Sehnsucht nach dem ewigen Leben in dem Schluß bearbeitet wird &#8220;&#8230;wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute&#8230; &#8221; in dem den Kinder ja nicht vorgespielt wird, dass das ewige Leben möglich ist, aber dass die enge Beziehung an einen anderen Menschen &#8220;den Stachel aus der engen Begrenzung unserer Lebenszeit zu nehmen vermag&#8221; , man emotionale Lebenssicherheit erreichen kann.<br />
In mancher Beziehung sind Märchen heute noch wichtiger als in früheren Zeiten, als sie entstanden: Denn heute leben Menschen nicht mehr in der Sicherheit, die durch Großfamilien oder andere eng zusammen haltende Gemeinschaften entsteht, und es ist wichtig, Kinder mit Helden bekannt zu machen, die allein in die Welt ausziehen müssen, um sich zu bewähren, ihren Weg zu finden und Selbstvertrauen.<br />
Das Schicksal des Helden kann den Kindern die Überzeugung verleihen, dass sie, egal wie verlassen, hilflos und klein sie sich fühlen mögen, sie am Ende alle Probleme überstehen können und die Hilfen bekommen können, die sie brauchen.<br />
So sieht man in Hänsel und Gretel das Streben des Kindes, sich an den Eltern festzuklammern, die Angst des Kindes vor dem Selbständigwerden, in Schneewittchen, wie das Kind die Mutter übertrifft, wie die böse Stiefmutter (= die negative Seite der Mutter) dem Kind aus Eifersucht kein eigenes Leben zugestehen will, es zerstören will, in Rapunzel, sehr ähnlich Schneewittchen, wie ein Mädchen in der Pubertät von der bösen Fee (wieder die Mutter in anderer Form ) gefangen gehalten wird, also die Mutter es nicht zur Unabhängigkeit gelangen lassen will.</p>
<p>Die Zeit vor den Problemen, die ja erst mit der Pubertät auftauchen &#8211; vorher ist auch die Stiefmutter nicht böse, und in den meisten Märchen wird diese Zeit nicht erwähnt &#8211; jene, in denen sich das Kind durch Probleme hindurchkämpfen muß, ist im Märchen jene, die Schneewittchen bei den Zwergen verbringt; nur wenige Märchen unterscheiden so deutlich diese beiden Phasen der Kindheitsentwicklung.<br />
Die Probleme dieses Märchens werden bereits zu Beginn angedeutet, wenn die 3 (das ist die Zahl, die unbewußt am am engsten mit Sexualität assoziiert wird ) Blutstropfen in den Schnee fallen, und sexuelles Begehren, Menstruation, Entjungferung, Geburt andeuten; kurz danach wird dann auch Schneewittchen geboren.<br />
Später dann, als Jäger, der Schneewittchen töten soll, tritt wieder der Vater in anderer Gestalt auf : Nur ein Vater ordnet sich der Mutter unter, handelt dann aber gegen ihren Willen, hier nicht indem er es rettet, er lässt es ja im Wald zurück, sondern indem er es nicht tötet wie er sollte, und außerdem die Königin noch mit Hilfe einer Tierleber und-lunge über den Mord täuscht.<br />
Die Königin isst diese und verleibt sich so Schneewittchens Schönheit ein; diese Vorstellung der Aneignung von Eigenschaften durch Essen der betreffenden Tiere/Menschen ist unter primitiven Völkern weit verbreitet.<br />
Schneewittchens Weglaufen zu den Zwergen steht für Bettelheim für die Probleme der Heranwachsenden mit den ambivalenten Gefühlen ihren Eltern gegenüber, denen es aber dadurch nicht entkommen kann. Die Eltern behalten Einfluss auf das Kind, hier gezeigt dadurch, dass Schneewittchen die Königin trotz der Warnungen der Zwerge mehrfach ins Haus einlässt, sich in Gefahr begibt und gerettet werden muss; für Bettelheim &#8220;.. das Auf und Ab der Konflikte eines Adoleszenten &#8230;&#8221;<br />
Das Verlangen nach Schnürriemen, dass Schneewittchen dazu veranlasst, die Krämerin/ Königin einzulassen, bedeutet, dass sie nunmehr eine voll entwickelte junge Frau ist, und dass die Mutter/ Königin sie in ihrer Hilflosigkeit/ Bewegungsunfähigkeit nun nicht tötet, entspricht auch der Lebenserfahrung, dass Mütter ihre Dominanz dadurch zu erhalten suchen, dass sie die Entwicklung der Töchter aufhalten.<br />
Es scheint also, dass Schneewittchen durch die Konflikte und Wünsche der Adoleszenz zugrunde gerichtet wird, aber &#8220;&#8230; das Märchen weiss es besser, und es lehrt das Kind noch etwas Wichtiges: Wenn Schneewittchen die Gefahren, die das Erwachsenwerden mit sich bringt, nicht durchlebt und gemeistert hätte, hätte es nie den Königssohn bekommen.&#8221;<br />
Die Wünsche Schneewittchens sind übermächtig; selbst nachdem es das erste mal von den Zwergen gerettet wird, kann es den Verlockungen nicht widerstehen, und lässt sich beim zweiten Besuch/ Versuch der Königin/ Krämerin kämmen, um schön, begehrenswert zu sein, und beim dritten mal nimmt es dann den Apfel an, der nicht nur in der christlichen Bibel, sondern in vielen Kulturen, Mythen, Märchen für Liebe und Sexualität in ihren wohltätigen und gefährlichen Apekten steht;<br />
es isst die eine Hälfte davon, die rote, giftige Hälfte, die Mutter die andere, weisse, und auch dieses Bild des geteilten Apfels symbolisiert eine tiefere Warheit: Die herangewachsene junge Frau hat nun auch die gleichen reifen sexuellen Begierden wie die Mutter.<br />
Als sie nun den vergifteten Apfel isst, stirbt das Kind in ihr und wird in einen durchsichtigen Sarg gelegt, wo es ruht und von Vögel besucht wird, die andeuten, dass dieser Schlaf ihre letzte Vorbereitungsperiode zur Reife ist: Die Eule steht für Weisheit, der Rabe für das reife Bewusstsein, das Täubchen für die Liebe.<br />
Erst nach dieser Periode ist es reif für ein Leben als Erwachsene, als Frau eines Mannes, der hier in Form des Königssohnes daher kommt, und bewirkt ( durch den Diener, der den Sag mit Schneewittchen trägt und durch sein Stolpern Schneewittchen dazu bringt, den vergifteten Apfel auszuspucken) dass es erwacht als erwachsene Frau.<br />
Schneewittchen wiederholt die reale oder phantasierte Geschichte des Menschen: Die Vertreibung aus dem Kindheitsparadies, in dem alle Wünsche ohne Bemühen erfüllt werden, die Erfahrung von Gut und böse :<br />
Das rote Chaos ungezügelter Emotionen, freudianisch des ES&#8217;, und die reine Weisheit des Gewissens, des Über-Ichs;<br />
So wie Schneewittchen fallen viele Märchenfiguren an einem entscheidenden Punkt ihrer Entwicklung in einen tiefen Schlaf und wiedererwachen oder werden wiedergeboren &#8211; was in vielen sogenannten archaischen oder primitiven Gesellschaften in wichtigen und unvermeidbaren Ritualen auch dargestellt, gespielt wird, wenn die junge Frau in den Stand der Erwachsenen eintritt, und damit auch heiratbar wird, der junge Mann in den Stand des Kriegers, des voll berechtigten Erwachsenen, der eine eigene Familie gründen und ernähren kann und darf.</p>
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		<title>Comic-Reihe</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 16:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rudiger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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Wenn Sie Ihren eigenen Comic entwerfen wollen, zusammen mit anderen, dann schauen Sie in die Rubrik Malerei/COMIC.]]></description>
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<p><a href="http://kulturjournal.org/wp-content/uploads/2010/04/mayanchoco.bmp"><img class="alignleft size-full wp-image-102" title="mayanchoco" src="http://kulturjournal.org/wp-content/uploads/2010/04/mayanchoco.bmp" alt="" /></a></p>
<p>Wir möchten mit Ihnen, schöne Leserin,und mit Ihnen, geneigter Leser, eine Comic-Reihe gestalten, bei der Sie den Inhalt, die &#8220;story&#8221; bestimmen.<br />
Wie soll denn das gehen?, werden Sie sicher fragen. Ich kann nicht zeichnen, ich kann ausser Geschäftsbriefen oder Glückwunschkarten nichts schreiben&#8230;<br />
Ganz einfach !<br />
Wir haben in unserem Team einen, vielleicht auch mehrere talentierte Zeichner, die Ihre Vorschläge umsetzen. Wir haben wenigstens einen, vielleicht auch mehrere Leute, die so mit Sprache umgehen, dass aus Ihrem &#8220;Geschäftsbrief&#8221; eine lustige Geschichte wird.</p>
<p>Falls Sie selbst den Zeichenstift oder den Griffel schwingen, um so besser !<br />
Damit Sie eine ungefähre Idee haben, wie wir uns das Ganze vorstellen, ein kleiner Vorschlag von unserem Team :</p>
<p>Café Deutschland</p>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 08:32:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ESkult</dc:creator>
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<p>Hier werden Filme gezeigt!</p>
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